Wiglaf Droste über Arbeit

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Künstliche Intelligenz (Gerhard Lakemeyer)

  • Die KI-Forschung erzielt seit Ende der 1990er Jahre enorme Fortschritte. Erfolge sind vor allem im maschinellen Lernen und im Bereich der Mustererkennung zu verzeichnen. KI-Systeme sind in der Lage, sehr große Datenmengen zu verwerten. „
  • Für die nächsten Jahre sind weitere Fortschritte in Grundlagenforschung und Anwendung zu erwarten. KI wird in vielen Lebensbereichen zur Selbstverständlichkeit werden. Eine „Superintelligenz“, die die Menschheit gefährden könnte, ist in absehbarer Zeit nicht zu befürchten. „
  • Deutschland gehört im Hinblick auf KI zur Spitzengruppe weltweit. Sowohl Forschung als auch Anwendung sind leistungs- und wettbewerbsfähig. Die Förderung von KI sollte sich auf neue Themenfelder konzentrieren, die noch nicht alleine von der Wirtschaft getragen werden können. „
  • Zu den vorrangigen politischen Handlungsfeldern gehören: Forschungsförderung in neuartigen Themenfeldern, Datenschutz, ethische und gesellschaftliche Fragen sowie neue Konzepte für die künftige Arbeitswelt.

Quelle / Link: Künstliche Intelligenz (Gerhard Lakemeyer)

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“Künstliche Intelligenz” – Interview mit Prof. Dr. Christian Bauckhage, Fraunhofer IAIS

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Die Welt als Datenbank: Zur Relation von Softwareentwicklung, Abfragetechnik und Deutungsautonomie

Von Ralf Keuper

Die Macht der Datenbanken, das rückt immer mehr in das öffentliche Bewusstsein, ist nicht zu unterschätzen. Datenbanken und Suchmaschinen haben einen großen Einfluss auf unser Denken und unsere Wahrnehmung, wie David Gugerli in Die Welt als Datenbank, Zur Relation von Softwareentwicklung, Abfragetechnik und Deutungsautonomie hervorhebt. Exemplarisch dafür ist die Serie CSI (Crime Scence Investigation), die in mehreren (regionalen) Varianten (Miami, New York, Los Angeles) produziert wird.

Mussten die Detektive sich in der Vergangenheit, wie Columbo, auf ihr Gespür, ihr Gedächtnis und Kombinationsgabe verlassen, können sich ihre Kollegen heute auf einen Datenmeer stützen, dem die Täter nicht entrinnen können. Ihre Datenspuren führen die Ermittler über kurz oder lang zu ihnen:

Die Kunst der Rekombination solcher Daten, deren Herkunft, Qualität und Form einen hohen Grad an Heterogenität aufweisen können, wird dem Publikum als Interpretationsspiel vorgeführt: In optisch stark verwischten Sequenzen werden immer wieder mögliche Narrative simuliert. Jedes dieser provisorischen Auswertungsfragmente zeigt den Detektiven an, wo sich vielleicht noch weitere Spuren suchen und finden lassen. Die Datenbeschaffung kann weitergeführt und verfeinert werden.

Die Welt als Datenbank:

Metaphorisch gesprochen wird in CSI die Welt als Datenbank inszeniert, deren Einträge es aufzuspüren und zu kombinieren gilt, um so die alles entscheidenden Einsichten in die Verhältnisse zu gewinnen.

Hermeneutik und Psychologie werden überflüssig. Die Daten sprechen für sich, sie sind selbsterklärend. Ein neues Denkmodell entsteht:

Als Maschine und Denkmodell verändert die Datenbank jedoch nicht nur die Prozeduren kriminalistischer Arbeit, um damit beispielsweise zu einem höheren Output an gelösten Fällen pro Sendung zu führen. Als Maschine und Denkmodell steht die Datenbank für die Versicherung, dass diesseits und jenseits der Bildschirme der kombinatorische Freiheitsgrad jeder »signifying practice« erweitert werden kann. Der am CSI-Beispiel festgemachte kulturelle Wandel findet jedoch keineswegs im luftleeren Raum der Signifikantenspiele statt. Wenn die erfolgreichsten kulturindustriellen Produkte einer Zeit so grundlegende kommunikative Verfahren wie Suchen, Deuten und Verstehen im Modus der Datenbankabfrage präsentieren, dann stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Datenbankentwicklung und dem Wandel der »signifying practice« einer Epoche wie von selbst. Sie ist Gegenstand der folgenden Überlegungen.

Wegweisend für die beschriebene Entwicklung war der Beitrag A Relational Model of Data for Large Shared Data Banks von Edgar F. Codd. Danach setzte der Siegeszug der (relationalen) Datenbanken ein, der bis heute anhält. Das Unternehmen Oracle, nach Microsoft der zweigrößte Softwarehersteller der Welt, verdankt seinen Erfolg vorwiegend der Datenbanktechnologie. IBM, Arbeitgeber von Edgar F. Codd, zählt auf dem Gebiet der Datenbanktechnologie ebenfalls zu den führenden Anbietern.

Von großem Nutzen waren die relationalen Datenbanken für die Unternehmen:

Durch die Anwendung der neuen ars combinatoria, die von relationalen Datenbanken offeriert wurden, versprach der Computer nun auch die unternehmensinternen Transaktionskosten zu senken. Selbst dem mittleren Management konnten in absehbarer Zeit zu tiefen Abfragekosten Quervergleiche über Tabellen- und Abteilungsgrenzen hinweg möglich gemacht werden. Dass dieses Angebot in eine Zeit fiel, in der die Restrukturierung von ganzen Unternehmungen zum alltäglichen Problem geworden war, erhöhte die Attraktivität relationaler Datenbanktechnik in den späten 1970er und den frühen 1980er Jahren dramatisch, insbesondere als mit Oracle auch auf kleineren Rechnern relationale Datenbanksysteme implementierbar geworden waren.

Bleibt die Frage nach der Deutungsautonomie von Text. Gugerli erwähnt Roland Barthes und Umberto Eco:

Wie schrieb Roland Barthes 1970 in S/Z? »Einen Text interpretieren heißt nicht, ihm einen (mehr oder weniger begründeten, mehr oder weniger freien) Sinn geben, heißt vielmehr abschätzen, aus welchem Pluralem er gebildet ist.« Der Text ist bei Barthes eine »Galaxie von Signifikanten«, die in seinem Gewebe unendlich komplex und vielfältig zueinander in Beziehung treten. Interpretation heißt also nicht, mit hermeneutisch geschulten Abfragetechniken jenen ursprünglichen Sinn zu eruieren, den ihm ein Autor möglicherweise gegeben haben wollte. Vielmehr ist der Text eine Maschine zur Produktion von Interpretationen, wie Umberto Eco einmal gesagt hat. Die Trennung von Autor und Leser, die sich aus dieser Vorstellung von Text ergibt, ist so strikt wie die Trennung von Programmierer und Nutzer. Auch der Text wird, um nochmals Barthes zu zitieren, stets »durch mehrere Zugänge« erschlossen, »von denen keiner mit Sicherheit zum Hauptzugang gemacht werden könnte.«

Es bleibt dabei: Datenbanken sind nur eine Form der Repräsentation:

Mit Texten, davon war man in den 1970er Jahren überzeugt, ist es wie mit Datenbanken. Beide hatten sowohl theoretisch als auch pragmatisch eine Rekonfiguration durchlaufen und verlangten nach variablen Rekonstruktionen des angebotenen Materials, ließen sich als mehrdeutiges Möglichkeitsfeld verstehen, das variable operative und interpretative Prozeduren und Entscheidungen zulässt. Weder sollte ihre Präsentation so beschaffen sein, dass ihre Deutung nur in eingeschränkter, vorgespurter Weise möglich bleibt, noch können sie für sich selber sprechen. Das wieder aber haben sie mit jenen elektronischen, biologischen und materiellen Datenbanken gemeinsam, welche die Welt der forensischen Spezialisten in CSI ausmachen. Nur über die Abfrage dieses informationellen Möglichkeitsfeldes lassen sich Zusammenhänge simulieren, überprüfen und erkennen. Dafür braucht es spezielle Technologien, Verfahren und Sprachen, welche aus vorhandenen Daten neuen Sinn generierten. Daten sprechen nie für sich selber. Darum antwortet der Laborleiter von CSI Las Vegas auf die Frage, warum er als forensischer Spurensucher arbeite: »Because the dead can’t speak for themselves.«

Crosspost von Medienstil

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Das Bild des Menschen zwischen Hermeneutik und Naturalismus

… Das Bild des Menschen ist für die Philosophie kein bloßes Sonderthema unter anderen. Dies gilt nicht nur für anthropologische Prämissen in Ethik und Politik, etwa die Tatsache, dass unsere Vorstellungen vom guten Leben oder von der gerechten Gesellschaft durch Annahmen über die Natur des Menschen geprägt sind. Als was wir uns verstehen, wie wir den Menschen verstehen, ist auch bestimmend für die Art und Weise, wie wir überhaupt denken und Wirklichkeit auffassen (wie umgekehrt unsere Beschreibung der Welt auf das Verständnis unserer selbst zurückwirken kann). Nicht nur Humanwissenschaften artikulieren — reflektieren und prägen — ein bestimmtes Bild des Menschen, sofern sie diesen unter ganz verschiedenen Aspekten vorstellig machen. Auch Naturwissenschaften – und zwar die Physik ebenso wie die Biologie – bringen in der genuinen Erfassung ihres Gegenstandes ein bestimmtes Verständnis des Menschen zum Tragen.

Quelle: Das Bild des Menschen zwischen Hermeneutik und Naturalismus

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Die Lebenslandschaft der neuen Massen bietet tausend Möglichkeiten und Sicherheit obendrein (Ortega y Gasset)

Die Lebenslandschaft der neuen Massen .. bietet tausend Möglichkeiten und Sicherheit obendrein, und alles fix und fertig, zu ihrer Verfügung, unabhängig von einer vorherigen Bemühung ihrerseits, wie die Sonne am Himmel steht, ohne dass wir sie auf die Schulter gehoben hätten. Kein Mensch dankt dem anderen für die Luft, die er atmet; denn die Luft hat niemand gemacht. Sie gehört zu der Gesamtheit dessen, was “da ist”, wovon wir sagen, dass es “natürlich” ist, weil es nie mangelt. Die verwöhnten Massen nun sind harmlos genug zu glauben, dass diese materielle und soziale Organisation, die ihnen zur Verfügung steht wie die Luft, desselben Ursprungs ist, da sie, scheinbar, auch nie versagt und fast so vollkommen ist wie Naturdinge.

Quelle: Der Aufstand der Massen

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“Der Neandertaler. Auf den Spuren des ersten Europäers” von Martin Kuckenburg

Von Ralf Keuper

Der Neandertaler hat seit gut hundertfünfzig Jahren ein “Imageproblem”. Fast immer dann, wenn von einer Art die Rede ist, die mangels Anpassungsfähigkeit oder Intelligenz von der Bildfläche verschwand, wird als Beispiel der Neandertaler herangezogen. Will man eine Person oder Personengruppe mit Blick auf ihre geistigen Fähigkeiten herabsetzen, wird gerne eine Beziehung zu dem Neandertaler hergestellt. Woher kommt diese geringe Anerkennung, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen sich dafür ins Feld führen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Martin Kuckenburg in Der Neandertaler. Auf den Spuren des ersten Europäers.

Kuckenburg zeigt darin, dass der Neandertaler als Projektionsfläche für Vorurteile herhalten musste und nicht selten aus Gründen der Besitzstandswahrung vom wissenschaftlichen Establishment instrumentalisiert wurde. Deutlich wird das an dem z.T. erbitterten Streit bei der Frage, ob der Neandertaler ein Vorfahr des heutigen Menschen ist oder quasi nur ein Irrläufer der Evolution war, der von dem überlegenen Homo Sapiens verdrängt wurde. Ende des vergangenen Jahrhunderts sorgten einige Entdeckungen dafür, dass die These, der Neandertaler habe keine Gegenstände hinterlassen, die auf ein hohes Maß geistiger Fähigkeiten schließen lassen, erschütterten. Bei Ausgrabungen in Schöningen und Lehringen in Niedersachsen, konnten die ältesten Jagdwaffen der Welt geborgen werden. Die Exemplare in Schöningen entstanden vor ca. 300.000 Jahren, die in Lehringen vor gut 125.000 Jahren.

Kuckenburg schreibt:

Der an beiden Jagdstätten verwendete unterschiedliche Waffentyp war .. auf die jeweiligen Beutetiere zugeschnitten und resultierte nicht aus einem unterschiedlichen technischen Entwicklungsstand oder Neandertaler- und der Homo-Erectus-Jäger. Bei der Herdenjagd auf kleineres, dünnhäutigeres und dafür schnelläufiges Wild wie Bisons, Wildpferde oder Rentiere werden zweifellos auch die Neandertaler Wurfspeere ähnlich den Schöningern benutzt haben, die in der “klassischen” Kulturphase dieser Altmenschen sogar zum Teil schon mit knöchernen oder steinernen Spitzen bewehrt waren .. .

Bis heute wird darüber diskutiert, ob Neandertaler und Homo Sapiens nebeneinander existiert haben, oder ob sie aufeinander folgten. Weiterhin steht die Frage im Raum, ob die Neandertaler verdrängt oder “auskonkurriert” wurden.

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass der Homo Sapiens den Neandertaler dank seiner technologischen, wirtschaftlichen und demografischen Vorteile, die in einer größeren Innovationsfähigkeit mündeten, verdrängt habe. Demgegenüber verweisen andere Forscher darauf, dass es durchaus zu Vermischungen zwischen Neandertaler und Homo Sapiens gekommen sein könnte. Der Beitrag der Neandertaler zum modernen Genpool des Homo Sapiens könnte bis zu 25 Prozent betragen (Vgl. dazu: Genfluss archaischer Menschen zu Homo sapiens).

Kuckenberg hält fest:

Statt des Bräuerischen Milchtropfens wäre das also eher schon ein Capuccino (gemeint der Beitrag des Neandertalers zum modernen Genpool, RK). Und wann man dann noch die gleichfalls nicht mehr auszuschließende Möglichkeit einer Mitbeteiligung der Neandertaler an der Blüte und Ausbreitung des Aurignacien in Rechnung stellt, dann rückt sogar die alte Option wieder in den Bereich des Möglichen, dass diese Ureuropäer niemals vollständig ausstarben, sondern vielmehr kulturell und genetisch in der jungpaläolithischen Bevölkerung Europas aufgingen.

Weitere Informationen:

PaläogenetikFrühe Vielfalt

Neandertaler: Dem modernen Menschen ebenbürtig

Die Neandertaler sind doch unsere Vorfahren

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Georg Hasler – Wenn Dinge zu Daten werden

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Phänomenologische Ontologie des Sozialen

Dieser Sammelband ist das Ergebnis eines gleichnamigen Forschungsprojektes zum Thema „Phänomenologische Ontologie des Sozialen“ Die Forschungsgruppe, die aus den Philosophinnen und Philosophen der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, des Instituts für Philosophie und Gesellschaftstheorie Belgrad, des Philosophischen Seminars Universität Mainz und des Dipartimento Di Scienze Filosofiche, Pedagogiche ed Economico-quantitative der Universität Chieti-Pescara bestand, beschäftigte sich mit der Allgegenwärtigkeit des Sozialen als einem Problem und ging vielen sich in diesem Kontext zeigenden Kontroversen und spannungsvollen DiŒfferenzierungen nach: den Spannungen von Gemeinschaft und Gesellschaft, von öŒffentlichem und privatem Raum oder von politischer Sphäre und dem ihr Entzogenen. Zur Diskussion stand immer wieder auch die konkrete Wahrnehmbarkeit von Einzelnen und Gruppen im sozialen Raum. Der phänomenologische Ansatz wurde unter anderem auch durch die Einsicht motiviert, dass sich eine Begrifflichkeit für die genannten Themenfelder nicht rein sozialwissenschaftlich durch empirische Analysen gewinnen lasse. Eine Verständigung über Strukturen der Lebenswelt und ihre praktischen und theoretischen Kategorien bedarf daher einer phänomenologischen Klärung und Bestimmung darüber, wie und was uns als „das Soziale“ zum Phänomen wird und was sich in diesem Feld der Zugänglichkeit verbirgt. …

Quelle / Link: Phänomenologische Ontologie des Sozialen

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Es ist unmöglich, alles Wissen über eine reale Alltagssituation in ein System von Aussagen zu packen (Ulric Neisser)

Es ist unmöglich, alles Wissen über eine reale Alltagssituation in ein System von Aussagen zu packen, alle relevanten Informationen niederzuschreiben. Die Welt ist zu komplex, man kann sie nicht vollständig beschreiben. …

Es gibt eine Variante menschlichen Denkens, die der künstlichen Intelligenz ähnlich ist – und das ist die akademische Intelligenz. Denken Sie doch nur daran, wie man sich bei Intelligenz-Tests verhalten soll. Vielschichtige Motive stören da nur. Das einzig legitime Ziel ist es, viele Punkte zu sammeln. Gefühle spielen keine Rolle, außer vielleicht das bittersüße Gefühl, das den Ehrgeiz begleitet. Es gibt keine Möglichkeit, Erfahrungen zu machen, etwas Neues zu entdecken, und es gibt kaum Verbindungen zur nicht-akademischen Welt.  …

Die menschliche Natur ist kompliziert und reizvoll, und wir können noch viel mehr über sie erfahren als wir bisher wissen. Ich bin allergisch gegen Leute, die meinen, sie wüssten schon alles und brauchten dieses Wissen nur noch in simple Lehrsätze zu fassen. Ich bin ziemlich sicher: Genau das ist immer und überall falsch. Menschen sind keine Maschinen. Geistiges Leben kann nicht mit der Lösung von Tests verglichen werden. Wir fangen doch gerade erst an zu ahnen, welche Fülle und Vielfalt das Leben in unserer komplexen Welt haben kann.

Quelle: Intelligenz – gibt’s die? Ein Gespräch mit Ulric Neisser, in: Wenn du denkst … , 1987

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