Im Land der Lügen: Wie uns Politik und Wirtschaft mit Zahlen manipulieren

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Die Muppets Weihnachtsgeschichte – Marley & Marley

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Über den Unterschied zwischen kultureller und biologischer Evolution (Stephen Jay Gould)

Der Ausdruck “kulturelle Evolution” behagt mir nicht, weil die Ähnlichkeiten zwischen kultureller Veränderung und biologischer Evolution weitaus unbedeutender sind als die Unterschiede. Diese fallen viel stärker ins Gewicht, weshalb es irreführend wäre, den kulturellen Prozess mit dem natürlichen Prozess im Sinne Darwins zu assoziieren. Ich will das anhand zweier Beispiele verdeutlichen: Erstens: Alles, was wir erlernen, bringen wir sogleich der nächsten Generation bei – wie geben an sie jene Eigenschaften und Fertigkeiten weiter, die wir selbst erworben haben. Die biologische Evolution hingegen weist kein derartiges Prinzip auf: An die Nachkommen werden ausschließlich Gene vererbt, die völlig unberührt bleiben von lehrreichen Erfahrungen und nützlichen Taten. Zweitens: Die vom Menschen verursachte kulturelle Veränderung resultiert aus dem Zusammenwirken verschiedener Traditionen – auf diese Weise gelangte etwa das Rad von der einen Kultur in die andere. Genau das kann in der biologischen Evolution nicht geschehen; sobald sich eine Gattung abspaltet, behält sie die einmal eingeschlagene Richtung für alle Zeit bei. Sie unterhält zwar auch danach ökologische Wechselbeziehungen zu anderen Gattungen, aber eine genetische Verschmelzung findet nicht mehr statt.

Quelle: “Die Naturgeschichte kennt keinen Fortschritt”. Stephen Jay Gould im Gespräch mit Constantin von Barloewen. FR, 24.04.2001

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Die schweigende Mehrheit (Jean Baudrillard)

Es gibt keine politischen Zuweisungen mehr, da es nicht einmal mehr einen der klassischen Definition entsprechenden sozialen Referenten (wie etwa ein Volk, eine Klasse, ein Proletariat oder objektive Bedingungen) gibt, der in der Lage wäre, wirksamen politischen Zeichen Kraft zu verleihen. Es ist schlicht und einfach kein soziales Signifikat mehr da, das einem politischen Signifikanten Kraft geben könnte.

Der einzige noch funktionierende Referent ist der der schweigenden Mehrheit. Alle derzeitigen Systeme funktionieren auf der Grundlage dieser nebulösen Einheit, auf der Grundlage dieser schwimmenden Substanz, deren Existenz keine soziale, sondern eine statistische ist und die nur durch Sondierung sichtbar wird. Eine Simulation am Horizont des Sozialen, oder vielmehr an jenem Horizont, von dem das Soziale verschwunden ist.

Dass die schweigenden Mehrheiten (oder Massen) ein imaginärer Referent sind, heisst noch lange nicht, dass es sie nicht gäbe. Es heisst nur, dass von ihnen keine Repräsentation mehr möglich ist. Die Massen sind kein Referent mehr, weil sie der Ordnung der Repräsentation nicht mehr angehören. Sie drücken sich nicht aus, sie werden sondiert. Sie denken nicht nach, sie werden getestet. Das Referendum (und die Medien mit ihren gesteuerten Fragen und Antworten sind ein permanentes Referendum) ist an die Stelle des Referenten getreten. Nun sind aber die Sondierungen, die Tests, die Referenden und die Medien samt und sonders Einrichtungen, die keiner repräsentativen, sondern einer simulativen Dimension entstammen. Sie zielen nicht auf einen Referenten, sondern auf ein Modell.

Quelle: Die schweigende Mehrheit, Freibeuter Februar 1999

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A Conversation with Bertrand Russell (1952)

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Die amerikanische Elite. Gesellschaft und Macht in den Vereinigten Staaten

Das vorliegende Buch von C. Wright Mills ist vielleicht das aufschlußreichste, das nach dem Kriege über die Vereinigten Staaten von Amerika geschrieben wurde. Der Verfasser war bis zu seinem Tode im März 1962 Professor der Soziologie an der Columbia Universität in New York. Als origineller Denker und fruchtbarer Autor vieldiskutierter Bücher hat er sich in der ganzen angelsächsischen Welt einen Namen gemacht. Auch dem deutschen Publikum ist er kein Unbekannter mehr. Sein Buch über die Welt der Angestellten (MENSCHEN IM BÜRO) und der aktuelle Traktat über die Ursachen des dritten Weltkrieges (DIE KONSEQUENZ, POLITIK OHNE VERANTWORTUNG) sind sehr beachtet worden und haben ihm auch bei uns einen großen Leserkreis verschafft. Um so notwendiger ist es, das deutsche Publikum nun auch mit seiner bisher wichtigsten Arbeit bekanntzumachen. …

Quelle / Link: Die amerikanische Elite. Gesellschaft und Macht in den Vereinigten Staat

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Die Deutschen und das Selbstbewusstsein

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»Wir sind alle nur vorläufig!« Interview mit Hans Albert

In dem vorliegenden Interview stellt Hans Albert seine intellektuelle Entwicklung vor, die immer von der Suche nach besseren, vernünftigen Alternativen geprägt war, und er erklärt darin die wichtigsten Komponenten seiner Auffassung; vor allem betont er seine Hauptthese, den konsequenten Fallibilismus, der das klassische „Offenbarungsmodell der Erkenntnis“ ersetzt. Aus dem wird dann klar, wie unverzichtbar für seinen kritischen Rationalismus die Konfrontation und die Diskussion mit anderen philosophischen Strömungen sind: Der methodische Revisionismus, der auf die Existenz verschiedener Alternativen angewiesen ist, ist der einzige Weg, der uns offen ist, um vernünftig zu sein. …

Quelle / Link: »Wir sind alle nur vorläufig!« Interview mit Hans Albert

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Wie dumme Einzelteile zusammen intelligent werden – Emergenz

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Caesars Entscheidungen (Martin Jehne)

In der Kette wichtiger Handlungen Caesars lässt sich .. eine Neigung feststellen, die vermeintlich evidenten Sachzwänge zu negieren. In wichtigen Entscheidungssituationen hat er oft eine Option gewählt, die nicht nahelag. Damit hat er den Entwicklungsprozess der römischen Republik zweifellos relevant beeinflusst. Wenn man zu charakterisieren versucht, was denn an den großen Männern, die angeblich Geschichte machen, so ungewöhnlich sein könnte, dann könnte man hierfür abgesehen von den weitreichenden Folgen ihrer Aktivitäten die individuellen Züge ihrer Entscheidungen ins Feld führen, die des Öfteren von dem abwichen, was sich ihnen anbot und wofür sich Normalbürger entschieden hätten. Einem Entscheidungsträger, der sich nur so verhält, wie es die meisten anderen Leute auch tun würden, ist wohl kaum persönliche Größe zuzusprechen. Sieht man also im Ausbrechen aus den Sachzwängen ein Kriterium für Größe, dann war Caesar ein großer Mann. Dass man jedoch mit einer solchen Betrachtungs- und Bewertungsperspektive dem vielfältigen historischen Geschehen nur begrenzt gerecht wird, ist klar. Caesar hat sich nicht vollkommen von seinen Zeitgenossen unterschieden. Auch andere haben sich den Sachzwängen entzogen, und nicht jede Situation war und ist so beschaffen, dass überhaupt eine Option unter den Alternativen deutlich herausgehoben ist. Zwar bin ich der Ansicht, dass Caesar in Bezug auf Risikobereitschaft, Selbstvertrauen und auch politische Geschicklichkeit die meisten seiner Standesgenossen in den Schatten stellte, doch heisst das nicht, dass er als Einiger individuell handelte. Aber zweifellos hatte er zu seiner Zeit den größten Erfolg damit.

Quelle: Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen

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