Corona aus Sicht der Sozialwissenschaften

Von Ralf Keuper

Anbei eine Aufstellung von Beiträgen aus den Sozialwissenschaften, die sich mit den Auswirkungen von Corona auf die Gesellschaft beschäftigen:

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Corona ökonomisch betrachtet

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Aktuelle Beiträge der Katastrophen- und Krisenforschung

Von Ralf Keuper

Die erste Katastrophenforschungsstelle in Deutschland wurde 1987 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gegründet. Ihr Initiator war Lars Clausen, der die Kastastrophensoziologie begründete. Mittlerweile residiert die Katastrophenforschungsstelle an der Freien Universität Berlin.

Zum Forschungsverständnis der KFS:

Katastrophen müssen nach dem Selbstverständnis der KFS in ihren kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen verstanden werden. Bspw. werden Extremwetterlagen erst im Zusammentreffen mit gesellschaftlichen und kulturellen Einrichtungen und Verhaltensweisen zu Risiken.

In den letzten Tagen hat der Krisenforscher Frank Rosslieb vom Institut für Krisenforschung in Kiel bei mehreren Gelegenheiten in den Medien seine Einschätzung zur aktuellen Corona-Krise abgegeben:

Weitere Informationen:

Die Krise als Beruf

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Krisen und Katastrophen: Kein Thema für Niklas Luhmann?

Wenn man den Zettelkasten Niklas Luhmanns zu den Themen „Krise“ und „Katastrophe“ befragt und zu diesem Zweck die 1250 bzw. 3200 Stichworte umfassende Schlagwortregister der beiden Sammlungen konsultiert, so ergibt sich ein eher ernüchternder Befund.

Den Begriff „Krise“ kennen die Register nicht – was hinsichtlich der frühen, eher philosophisch orientierten Sammlung (ca. 1950-1963) schon überrascht, da hier die Husserl-Bezüge mit dem Konzept der Lebenswelt, das in dessen Krisis-Aufsatz entwickelt worden ist, unübersehbar sind. In der zweiten, neueren und genuin soziologischen Sammlung (ca. 1963-1996) werden für „Krisentheorie“ immerhin vier Systemstellen benannt, von denen allerdings nur eine überhaupt einen nennenswerten Umfang erreicht. Diese 43 Zettel umfassende Abteilung „532/14 Krisentheorie“ befindet sich im Kontext des ca. 2000 Zettel umfassenden Themenblocks „532 Soziale Ordnung / Soziales System“, der sich primär mit der Organisation beschäftigt und den Luhmann größtenteils bereits bis Mitte der 1960er Jahre erstellt haben dürfte. Entsprechend wird Krise hier primär als ein Strukturänderungsproblem in Organisationen verstanden, auch wenn der Begriff zunächst an das allgemeine System/Umwelt-Modell, wie es für den damaligen Entwicklungsstand der Luhmannschen Theorie charakteristisch war, angepasst wird:

[Zettel 532/14 / nl-zkII-10- 523_14] „Krisentheorie Krisen sind heikle Situationen in System/Umwelt-Beziehungen, die den Bestand des Systems in Frage stellen. Die Krisenlehre ist, weil sie einen Extremfall behandelt, für Strukturfragen in besonderem Sinne aufschlussreich. Sie ergibt sich in ihrer Problemdarstellung und in ihren Bezugsbegriffen aus der allgemeinen System/Umwelt-Theorie.“

Quelle: Krisen und Katastrophen: Kein Thema für Niklas Luhmann?, in: Sozusagen: Bielefelder Studierendenmagazin der Fakultät für Soziologie, Wintersemester 2012/2013

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Die Offensichtlichkeit der Gefahren stellt den eingefahrenen Verharmlosungs- und Vertuschungsroutinen immer mehr Widerstände entgegen (Ulrich Beck)

Die Offensichtlichkeit der Gefahren stellt den eingefahrenen Verharmlosungs- und Vertuschungsroutinen immer mehr Widerstände entgegen. Die Modernisierungsagenten – in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – sehen sich in den unbequemen Zustand eines leugnenden Angeklagten versetzt, den die Indizienkette ganz schön ins Schwitzen bringt.

Man könnte sagen: War alles schon mal da. Nichts Neues. Doch die systematischen Unterschiede stechen ebenso ins Auge. Die Unmittelbarkeit persönlich und sozial erlebten Elends steht heute der Ungreifbarkeit von Zivilisationsgefährdungen gegenüber, die erst im verwissenschaftlichen Wissen bewusst werden und nicht direkt auf Primärerfahrungen zu beziehen sind. Es sind die Gefährdungen, die sich der Sprache chemischer Formeln, biologischer Zusammenhänge und medizinisch-diagnostischer Begriffe bedienen. Diese Wissenskonstitution macht sie allerdings nicht weniger gefährlich. Im Gegenteil: einer großen Bevölkerungsgruppe stehen heute, mit oder ohne Absicht, durch Unfall oder Katastrophen, im Frieden oder Krieg  Verheerungen und Zerstörungen ins Haus, vor denen unsere Sprache versagt, unser Vorstellungsvermögen, jegliche medizinische und moralische Kategorie. …

Damals (19. Jahrhundert) war die Betroffenheit vorgegeben mit dem Klassenschicksal. Man war sie hineingeboren. Sie haftete einem an. Zog sich von der Jugend bis ins Alter. Steckte in allem: wo und was man arbeitete, wie und mit wem man lebte, welche Kollegen und Freunde man hatte und wen man fluchte und gegen wen man, wenn es sein musste, auf die Straße ging.

Quelle: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne

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Schrieb einen Bestseller über Politische Gerechtigkeit | Philosoph Prof. Otfried Höffe | SWR1 Leute

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Zum Begriff “Elite”

… Für den womöglich weniger kritischen Teil der Öffentlichkeit zählen allerdings auch Filmstars und Schlagersternchen, betuchte Vertreter der High Society oder Modezaren zu den “oberen Zehntausend”, also zur “Elite”. Die besonderen Eigenschaften, die in den Augen dieses Publikums eine Person zur Elite gehörend ausweisen, scheinen mit den Kriterien der Sozialwissenschaften kaum vereinbar.

“Die Elite” gibt es als jedenfalls nicht. Die erwähnten unterschiedlichen Etiketten bringen das zum Ausdruck: Werte-, Leistungs-, Funktions-, Positions-, Machtelite. Dabei sind die Grenzen teilweise durchlässig. Die Sozialwissenschaftlerin Roswita Königswieser stellt fest: ” Viele Mitglieder einer Elite gehören sowohl der einen als auch der anderen an”. Und sie allen finden sich in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen-Eliten wieder: in der Politik-, Kultur-, Sport-, Wissenschafts- und in der Wirtschaftselite. “Das sind Menschen in Schlüsselpositionen”, so definiert die Sozialwissenschaftlerin die Wirtschaftselite, “die eine besondere Durchsetzungsfähigkeit auszeichnet, die leidenschaftlich gestalten und steuern wollen. Sie gehören zur Machtelite. Um zur Elite im ursprünglichen Sinn zu zählen, gehört aber noch mehr: etwa in der Lage zu sein, über den Tellerrand hinaus zu gucken. Das sind Denker, die das Unternehmen als Teil der Gesellschaft betrachten. Eben nicht ausschließlich als Geldmaschine, sondern auch als institutionelle Einrichtung”.

Quelle: Elite ohne Ethik? Die Macht von Werten und Selbstrespekt, von Daniel F. Pinnow

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Wandlungen der liberalen Idee im Zeitalter des Imperialismus

Die Gründe für die bereitwillige Aufnahme imperialistischer Ideale im liberalen Lager sind mannigfacher Art. Zunächst einmal lässt sich darauf hinweisen, dass die liberalen Ideen in Deutschland immer schon nur eine sehr schwache Verankerung gehabt hatten. Schon in den Anfängen seiner Entwicklung akzentuierte der deutsche Liberalismus den Gedanken der Autonomie des Individuums und die Idee der Selbstverwaltung, nicht aber das Prinzip der Selbstregierung der Bürger. Mit der Idee der Volkssouveränität wollte er im Grunde nichts zu tun haben. Das deutsche Liberale Denken war vielmehr eingebettet in eine historische Kontinuitätsideologie, die die Ursprünge der Freiheit der Deutschen in die frühmittelalterliche Vergangenheit und in die ständischen Vertretungen des 17./18. Jahrhunderts zurückspiegelte, während sie gegenüber der Naturrechtslehre immer Distanz hielt. Zwar war der deutsche Liberalismus insbesondere hinsichtlich seiner konstitutionellen Theorie weitgehend von Westeuropa, insbesondere von England abhängig, doch hat er das liberale Ideengut, das er dort fand, nur unvollständig und, .. , nicht ohne erhebliche Missverständnisse in deutsche Verhältnisse übersetzt. …

Die schwache Verankerung des spezifisch liberalen Denkens im deutschen politischen Bewusstsein hatte seine soziologische Entsprechung in der geringen Geschlossenheit der Sozialgruppe des Bürgertums. Man sprach in Deutschland charakteristischerweise stets von den Schichten von “Bildung und Besitz”, ein Terminus, der andeutet, dass das deutsche Bürgertum niemals ein wirklich einheitliches Ethos entwickelt hat. .. Aus dieser Tatsache erklärt sich auch die vergleichsweise große Bereitschaft der Spitzen des Bürgertums, ihre gesellschaftlichen Ideale an jenen der adeligen Oberschicht zu orientieren und, sofern sich dies ermöglichen ließ, womöglich gar auf dem Wege der Feudalisierung in diese aufzusteigen.

Quelle: Wandlungen der liberalen Idee im Zeitalter des Imperialismus, von Wolfgang J. Mommsen, in: Liberalismus und imperialistischer Staat

Weitere Informationen:

Der nationalsoziale Liberale. Heute vor 100 Jahren starb Friedrich Naumann, der bedeutendste Ahne der FDP

Nazi-Verschwörung in der FDP. Geheimaufstand der Gauleiter

Das Eindringen der Neuen Rechten in die bürgerlichen Parteien

Zur Geschichte des deutschen Liberalismus

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Im Land der Lügen: Wie uns Politik und Wirtschaft mit Zahlen manipulieren

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Die Muppets Weihnachtsgeschichte – Marley & Marley

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