Herbert A. Simon über die Strategie des Satisfizierens und die Grenzen der Optimierung

Ein Kennzeichen aller Situationen, in denen wir satisfizieren, weil wir nicht optimieren können, ist dies: Die Menge der verfügbaren Alternativen ist in einem gewissen abstrakten Sinne „gegeben“, aber in dem einzigen für die Praxis maßgeblichen Sinn ist sie nicht „gegeben“. Wir können innerhalb akzeptabler Schranken für den Berechnungsaufwand nicht alle zulässigen Alternativen finden und ihre jeweiligen Vorzüge vergleichen. Noch können wir die beste Alternative erkennen, selbst wenn wir das Glück haben, sie früh zu finden, da wir zu dieser Einsicht alle gesehen haben müssen. Wir satisfizieren, indem wir derart nach Alternativen Ausschau halten, dass wir eine annehmbare schon nach kurzer Suche finden. …

Wenn wir satisfizierende Methoden anwenden, tut es also nichts zur Sache, ob die Gesamtzahl der annehmbaren Alternativen durch einen formalen, aber undurchführbaren Algorithmus „gegeben“ ist oder nicht. Oft ist es sogar ohne Belang, wie groß diese Zahl überhaupt ist.

Quelle: Die Wissenschaft vom Künstlichen

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Ein Kommentar zu Herbert A. Simon über die Strategie des Satisfizierens und die Grenzen der Optimierung

  1. Ante Ljubas sagt:

    …also irgendwas zwischen Shop-Til-You-Drop, mit geschlossenen Augen in der Lostrommel ziehen und die potentiell erfüllende Sinnhaftigkeit darin erkennen

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