Winston Churchill als vorausschauender (Natur-)Wissenschaftler

Von Ralf Keuper
Dass Winston Churchill vielseitig interessiert und begabt war, ist bekannt; schließlich erhielt er für seine historischen Schriften, insbesondere für sein sechsbändiges Werk „Der Zweite Weltkrieg“, den Literaturnobelpreis. Daneben befasste sich Churchill mit naturwissenschaftlichen Fragen, wobei er zu Einsichten kam, die erst Jahrzehnte später von der Forschung aufgegriffen bzw. bestätigt wurden. Davon zeugt ein bisher unveröffentlichtes Manuskript aus dem Jahr 1939. Darin widmete sich Churchill der Frage nach den Voraussetzungen von Leben im Kosmos: Gibt es neben dem Menschen noch andere Formen höherer Intelligenz? Churchill hielt es für wahrscheinlich. 
Churchill bemerkte dazu: 

Ich für meinen Teil bin nicht so ungemein beeindruckt vom Erfolg unserer Zivilisation hier, dass ich mir vorstellen könnte, dass wir der einzige Ort in diesem riesigen Universum sein sollten, der Leben beherbergt, denkende Wesen, oder dass wir die höchste Form von mentaler und physischer Entwicklung besitzen sollten, die jemals in diesem unermesslichen Bereich von Raum und Zeit aufgetaucht ist.

Über Churchills (kosmischen) Denkstil schreibt Sibylle Anderl in der FAZ vom 17.02.2017:

Zu beginnen mit einer klaren Definition, worum es gehen soll, einer Diskussion der für die Frage relevanten Beobachtungen und Prozesse, um schließlich zu einem wohlbegründeten Fazit zu gelangen, nicht ohne zugrundeliegende Hypothesen offenzulegen und deren Konsequenzen zu prüfen. Es ist diese wissenschaftlich anmutende, rhetorische Grundfigur, die der differenzierten und wohlinformierten Begründung von Thesen zentralen Raum zuweist, die wir heute oft schon im öffentlichen Diskurs .. vermissen. 

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