Das Anfangsstadium der Schriftanwendung ist eine Herausforderung für das abstrakte Denkvermögen (Harald Haarmann)

Das Anfangsstadium der Schriftanwendung ist eine Phase der Herausforderung des abstrakten Denkvermögens durch die Bedürfnisse einer aufstrebenden Zivilisation, ein ständig wachsendes Maß an Informationen zu akkumulieren und wiederverwendbar zu machen. Die Art und Weise, wie das abstrakte Denken funktioniert und für die Schöpfung einer Originalschrift eingesetzt wird, weist auf eindeutige Kulturabhängigkeit. Dies ist ein entscheidender Grund dafür, weshalb in den Originalschriften die kulturelle Realität nach spezifisch lokalen Bedingungen ver”zeichnet” wird, und dies gilt auch für die Wiedergabe universell bekannter Grundbegriffe wie “Mann”, “Frau”, “Sonne”, “Berg”, “Hand”, “schlafen” oder “trinken”. 

Quelle: Harald Haarmann. Geschichte der Schrift  

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