Wir Buribunken?

Von Ralf Keuper

Im Netz wird ohne Unterlass getwittert, gepostet und gebloggt: Kommunikation auf allen Kanälen zu jeder Zeit und von (fast) jedem. Dabei kann der Eindruck entstehen, als wollten wir uns noch zu Lebzeiten verewigen – zumindest in schriftlicher Form. 
Noch immer herrscht bei einigen Medienvertretern die Meinung vor, dass das, was in den Medien nicht erscheint, auch nicht existiert und auch Niklas Luhmann sagte, dass wir alles, was wir wissen, durch die Massenmedien wissen. 

Bereits im Jahr 1918 verfasste Carl Schmitt eine Satire mit dem Titel Die Buribunken. Diese verfügen über eine eigene Philosophie:

Ich denke, also bin ich; ich rede, also bin ich; ich publiziere, also bin ich. … Ich bin also ein Buchstabe auf der Schreibmaschine der Geschichte. Ich bin ein Buchstabe, der sich selbst schreibt. Ich schreibe aber streng genommen nicht, dass ich mich selbst schreibe, sondern nur mit den Buchstaben, der ich bin. Aber in mir erfasst, schreibend, der Weltgeist sich selbst, so dass ich, mich selbst erfassend, gleichzeitig den Weltgeist erfasse. Und zwar erfasse ich mich und ihn nicht etwa denkend, sondern, da im Anfang die Tat und nicht der Gedanke ist – schreibend. Das heisst: Ich bin nicht nur Leser der Weltgeschichte, sondern auch ihr Schreiber.

Nicht nur mit Blick auf das Internet bekommen die Aussagen neues Gewicht, sondern auch angesichts neuester Forschungen, wie durch das kürzlich gestartete Human Brain Project. 

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